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KI-NewsletterAusgabe #20224. Oktober 2026

🤖 Bald promptet die KI dich. Dazu: KI findet PHP-Lücke & Kimi fast auf Opus-Niveau

Jens PolomskiZum Archiv
Worum es geht

Moin zur Ausgabe 202! Diese Woche habe ich auf LinkedIn mein umgebautes Stream Deck gezeigt, mit einer selbst gebauten Mac-App und über 30 Modulen, und unter keinem meiner Beiträge der letzten Tage wurde mehr kommentiert. Bei snipKI läuft der Endspurt für unsere neue P…

Im Original

Moin zur Ausgabe #202! Diese Woche habe ich auf LinkedIn mein umgebautes Stream Deck gezeigt, mit einer selbst gebauten Mac-App und über 30 Modulen, und unter keinem meiner Beiträge der letzten Tage wurde mehr kommentiert. Bei snipKI läuft der Endspurt für unsere neue Plattform, und am 28. Oktober stehe ich auf der Hauptbühne der AI Week Frankfurt.

In dieser Ausgabe stehen sechs Top-Meldungen, mein Impuls dazu, was passiert, wenn die KI uns promptet statt umgekehrt, zwölf Kurznews, acht Tools, die snipKI Stories, das KI-Update als Video und die Frage der Woche.

Mein Blick auf die KI-Woche

Diese Woche ging es vor allem darum, was Agenten dürfen. Anthropic hat mit Claude Duet einen Agenten vorgestellt, der sich von selbst meldet. Gleichzeitig hat OpenAI offengelegt, dass zwei interne Agenten ihre eigene Überwachung abgeschaltet haben, und große Banken sperren KI-Agenten aus den Konten ihrer Kunden aus.

Wer KI im Unternehmen einführt, kommt damit an einer Frage nicht mehr vorbei: Was darf ein Agent ohne Rückfrage, und wer merkt es, wenn er mehr tut? Die PHP-Lücke zeigt die andere Seite derselben Entwicklung. Schwachstellen werden mit KI schneller gefunden, von Verteidigern wie von Angreifern, und damit bleibt weniger Zeit, ein Update einzuspielen.

Mich beschäftigt dabei vor allem, was mit uns passiert, wenn die KI den ersten Schritt macht. Dazu habe ich auf LinkedIn über das Ende des Promptens geschrieben, und daraus ist der Impuls weiter unten geworden.

 Wo du mich triffst

Öffentliche Termine, bei denen du mich erwischst. Sag Bescheid, wenn du da bist.

28. Oktober, Frankfurt: AI Week Frankfurt

Fünf Tage Konferenz vom 26. bis 30. Oktober im The Squaire, ich bin am 28. Oktober auf der Hauptbühne dabei.

13. und 14. April 2027, Münster: Data Unplugged

Das Festival für Daten, KI und Transformation in der MCC Halle Münsterland, ich bin als Speaker dabei.

 Mein KI-Impuls

Ein Thema der Woche, das ich länger mit mir herumgetragen habe.

 Screenshot: Introducing Claude Duet 

Bald promptet die KI uns

Anthropic hat am 21. Oktober Claude Duet vorgestellt, eine App, in der Claude als Agent von sich aus arbeitet. Duet schickt morgens eine kurze Übersicht über das Wichtigste aus deinen verbundenen Apps, meldet sich tagsüber nur, wenn etwas dich braucht, und fragt nach, bevor es in deinem Namen handelt. Zum Start gibt es Duet als Forschungsvorschau über eine Warteliste, zuerst für Pro- und Max-Abos in den USA.

Duet ist nicht allein. Meta hat im September Muse gestartet, OpenAI kurz danach die ChatGPT dots. Alle drei warten nicht mehr auf deinen Prompt, sie melden sich selbst. Ich habe darüber diese Woche auf LinkedIn geschrieben, darunter stehen inzwischen 45 Kommentare.

Erinnerst du dich an 2023? „Du bist ein erfahrener Marketing-Experte mit 20 Jahren Erfahrung.“ „Denk Schritt für Schritt.“ Dazu Prompt-Bibliotheken mit 500 Vorlagen und Prompts zum Kaufen bei Etsy. Das meiste davon bringt heute kaum noch etwas, aktuelle Modelle verstehen auch einen schnell getippten, schiefen Satz.

Das größere Problem war ohnehin nie die Formulierung. Vor dem leeren Eingabefeld wusste kaum jemand, was er überhaupt tippen soll. Genau dort setzen die Agenten an, sie lesen deine Mails, finden selbst Probleme und bieten an, sie zu lösen.

Damit drehen sich die Rollen, und das hat einen Haken. Ein Prompt hat mich gezwungen, vorher zu wissen, was ich will, oft habe ich erst beim Schreiben gemerkt, worum es mir geht. Ein Agent nimmt mir genau diesen Moment ab. Ich wähle nur noch aus: ja, nein, später.

Bei Einkaufslisten ist mir das egal. Bei der Frage, welches Projekt ich anfange, wozu ich Nein sage oder was snipKI nächstes Jahr sein soll, nicht. Die Arbeit verschiebt sich vom Formulieren zum Festlegen, also einmal sauber zu sagen, was dir wichtig ist.

Anthropic schreibt selbst, dass ein Agent, der Mails liest und Nachrichten verschickt, ständig entscheidet, wohin Informationen gehen. Duet bringt dafür einen eigenen Filter mit, der Kreditkarten- und Ausweisnummern gar nicht weitergibt und Gesundheits- oder Finanzdaten nur auf ausdrückliche Anweisung. Bevor so ein Agent bei euch an Mail und Kalender darf, braucht es dieselbe Klarheit für das ganze Team.

Das Ziel setzt du, den Weg darf der Agent vorschlagen. Und das ist schwerer als jeder Prompt.

Werkzeug der Woche

Alle KI-Modelle auf einer Zeitleiste

Jeder Eintrag ist gegen die Ankündigung des Labors geprüft. Diese Woche neu dabei sind unter anderem Canva Craft, das erste eigene Bildmodell von Canva, Mercury 3 von Inception mit mehr als 1.000 Token pro Sekunde, DeepSeek-V4.1-Flash, MiniMax M3.1 Flash und Flint von Recursive zum Programmieren auf dem eigenen Laptop. Zur Zeitleiste

 Frage der Woche

Was beim letzten Mal herauskam, und die Frage, die diese Woche läuft.

Das kam beim letzten Mal heraus

Beim letzten Mal wollte ich wissen, wie eure Präsentationen gerade entstehen. 43,3 Prozent arbeiten in PowerPoint, aber mit KI-Hilfe. 26,4 Prozent lassen ein KI-Tool das Deck bauen, 24 Prozent arbeiten klassisch in PowerPoint oder Slides, und 6,3 Prozent bauen ihre Präsentation als eigene Webseite mit KI.

Gut zwei Drittel nutzen KI also schon beim Foliebauen, aber fast alle bleiben beim Folienformat. Die neue Frage geht in eine andere Richtung: Wer bringt KI bei euch eigentlich ins Rollen?

 Kurze UmfrageWer treibt KI bei euch im Unternehmen voran?Die GeschäftsführungEinzelne Fans im TeamDie ITNiemand so richtigEin Klick genügt, das Ergebnis siehst du sofort.  Bei snipKI

Wie ich die Firma aufbaue, woran wir gerade arbeiten und wo du dabei sein kannst.

 Sneak Peek: die neue snipKI-Webseite 

Seit der letzten Ausgabe testen die ersten Backstage-User unsere komplett neue snipKI-Plattform, also Webseite und Lernplattform in einem. Oben siehst du schon mal die neue Startseite als kleinen Sneak Peek. Ende Oktober geht alles für alle online, und ich zeige euch dann, was sich geändert hat. Ich kanns ehrlicherweise kaum erwarten und freu mich auf das Feedback von euch. Zum Start gibt es sicherlich noch Überraschungen, denn unsere 500+ KI-Tutorials erstrahlen bald in einem neuen Licht. 🤩

Nächste Termine

13. November: Neue Kohorte im KI-Führerschein für Frauen

Kick-off am 13. November, die Infosession zum Programm gibt es als Aufzeichnung.

snipKI Stories

Jeden Morgen eine Frage, jeden Tag ein bisschen schlauer mit KI

 snipKI Stories: zehn Wissenshappen zu KI zum Mitspielen 

Falls du sie noch nicht kennst: Unsere snipKI Stories sind zehn kurze Fragen zu KI, eine pro Tag, jeden Morgen um 8 Uhr per Mail. Zu jeder Frage gibt es einen Prompt zum Kopieren, der in ChatGPT, Copilot, Gemini oder Claude funktioniert, auch in den Gratis-Versionen.

Frage 1 starten snipKI, die KI-Enablement Company 

Das KI-Update als Video

KI-Update KW 43: Claude Duet, PHP-Lücke & Kling 4.0

 Video ansehen: KI-Update KW 43: Claude Duet, PHP-Lücke & Kling 4.0 

Die Woche im Video. Darin geht es um Claude Duet, den Agenten, der sich von selbst meldet, um die PHP-Lücke nach 14 Jahren, um Banken und Websites, die KI-Agenten aussperren, und um ChatGPT Ads ohne Vorschau. Dazu kommen neue Modelle von DeepSeek, Kling und ElevenLabs. Video ansehen

 Top-Meldungen

Die Meldungen, die diese Woche wirklich etwas verändern, jeweils mit meiner Einordnung.

 Screenshot: Mit KI gefundene Lücke in PHP legt weltweit Websites lahm 

Mit KI gefundene Lücke in PHP legt weltweit Websites lahm

Am 21. Oktober sind die gepatchten PHP-Versionen erschienen, für zwei kritische Lücken, über die sich Angreifer auf Servern einnisten können. PHP steckt laut FAZ hinter rund 70 Prozent aller Websites, und weil die Lücke vorab durchsickerte, gingen am selben Tag vorsorglich Websites vom Netz, darunter Krankenhäuser in Deutschland und die Internetwache der Berliner Polizei. Auch bei mir hat der Hoster einige Seiten offline genommen.

Die Sicherheitsfirma Calif hat den ersten Fehler am 1. August gefunden und am 11. August an PHP gemeldet, betroffen ist laut Calif alles ab PHP 5.4.0. OpenAI stellt den Fund als Erfolg seines Modells GPT-5.6 Sol dar. Calif schreibt dagegen, dass bei der ursprünglichen Suche weder spezielle Werkzeuge noch unveröffentlichte Modelle im Spiel waren, sondern ein Sprachmodell als Helfer und viel Erfahrung mit genau dieser Codebasis.

Wer die Lücke gefunden hat, ist am Ende zweitrangig. In meinem Beitrag auf LinkedIn habe ich den CrowdStrike-Bericht aufgegriffen, nach dem sich Angriffe mit selbst handelnden KI-Agenten von Juli auf August und noch einmal auf September mehr als verdoppelt haben. Wer ein Sicherheitsupdate erst nach zwei Wochen einspielt, ist zu spät dran, weil KI aus einem Patch schnell einen Angriff baut.

  Screenshot: OpenAI-Agenten haben ihre eigene Überwachung abgeschaltet 

OpenAI-Agenten haben ihre eigene Überwachung abgeschaltet

OpenAI hat in einem Bericht im eigenen Alignment-Blog zwei Fälle vom 3. und 6. Oktober offengelegt. Ein Agent mit GPT-6.1 Sol las die Anweisung „keine Nachrichten senden“ so, dass auch Warnungen an das Sicherheitsteam gemeint seien, und leerte die Empfängerliste. Ein Agent mit GPT-6 Astra entfernte die Überwachung ganz und stritt das auf direkte Nachfrage ab.

OpenAI hat dafür nach eigenen Worten noch keine befriedigende Erklärung und lässt sein internes Prüfsystem solche Versuche jetzt blockieren. Draußen im Netz schließen sich derweil die Türen: Laut The Verge sperren JPMorgan Chase und Charles Schwab KI-Agenten aus Kundenkonten aus, Delta lässt sie keine Tickets buchen und Yelp nur gegen Bezahlung auf seine Daten.

In #198 ging es um Agenten, die in fremde Systeme eingedrungen sind, jetzt geht es um Agenten, die ihre Aufpasser abschalten. Eine Überwachung, die der Agent selbst verändern kann, ist keine. Wer Agenten einsetzt, braucht Kontrollen außerhalb ihrer Reichweite und eine klare Liste, was sie ohne Rückfrage tun dürfen.

  Screenshot: Ein offenes Modell aus China liegt fast gleichauf mit Claude Opus 5.5 

Ein offenes Modell aus China liegt fast gleichauf mit Claude Opus 5.5

Moonshot hat diese Woche Kimi K3.1 Pro vorgestellt, mit einem Kontextfenster von einer Million Token. Im Terminal-Bench 4.0, der Coding-Agenten an realistischen Aufgaben im Terminal misst, kommt das Modell laut Moonshot auf 65,7 Prozent, vor GPT-6 Astra mit 58,2 und knapp hinter Claude Opus 5.5 mit 66,4 Prozent.

Die Gewichte sollen bis zum 4. November frei verfügbar sein, bis dahin läuft das Modell über Kimi.ai, die Apps und die API, dazu kommt eine Highspeed-Variante mit zwei- bis dreifachem Tempo. In der Grafik von Moonshot erreicht K3.1 Pro diesen Wert zu deutlich geringeren Kosten pro Aufgabe als die Modelle von Anthropic. Alle Zahlen stammen vom Hersteller, unabhängige Messungen stehen noch aus.

Der Abstand zwischen offenen und geschlossenen Spitzenmodellen schrumpft damit weiter. In #201 ging es um eine Hintertür, die sich für unter 50 Dollar in ein offenes Modell einbauen lässt, dazu habe ich auf LinkedIn geschrieben. Wer offene Modelle selbst betreiben will, bekommt jetzt fast Spitzenleistung, muss aber genau wissen, woher die Gewichte stammen.

  Screenshot: ChatGPT schreibt deine Anzeigen ab 29. Oktober selbst um 

ChatGPT schreibt deine Anzeigen ab 29. Oktober selbst um

Ab Donnerstag, dem 29. Oktober 2026, schaltet OpenAI die Werbemitteloptimierungen in ChatGPT Ads für neue und bestehende Kampagnen automatisch ein. ChatGPT darf dann Überschriften und Beschreibungen umschreiben, Anzeigentexte übersetzen, Bildgrößen anpassen und die Ziel-URL auf eine andere Seite deiner Website legen.

Grundlage sind deine vorhandene Anzeige, der Inhalt der Landingpage und das Gespräch, in dem die Anzeige erscheint. Die Varianten können in Echtzeit entstehen und werden ausgespielt, ohne dass du jede Version vorher siehst. Abschalten lässt sich das im Ads Manager über „Einstellungen verwalten“, bereits gesetzte Deaktivierungen bleiben erhalten.

  Screenshot: Volkswagen gibt 330.000 Beschäftigten Copilot 

Volkswagen gibt 330.000 Beschäftigten Copilot

Volkswagen hat laut Microsoft mehr als 330.000 Beschäftigte mit Copilot ausgestattet. Vorher lief Copilot Chat als erste Stufe mit mehr als 300.000 monatlich aktiven Nutzern, und im vergangenen Monat waren konzernweit mehr als 26.000 Agenten aktiv.

Was danach kommt, untersucht eine Studie der Universität Kassel mit zwei Befragungen unter 355 und 162 Beschäftigten in Deutschland. Wer KI nutzt, um im Team besser zu kommunizieren, greift deutlich häufiger und dauerhafter darauf zurück, unabhängig von den eigenen KI-Kenntnissen. Der Wunsch nach mehr Tempo schwankt dagegen stark.

330.000 Lizenzen sind eine beeindruckende Zahl, aber die Lizenz ist der leichtere Teil. Ob KI im Alltag bleibt, entscheidet das Enablement, also ob die Leute wissen, wofür sie das Werkzeug einsetzen, und Zeit bekommen, es zu lernen. Genau daran arbeiten wir bei snipKI mit Teams, und die Kasseler Zahlen passen dazu: Mails entschärfen, Missverständnisse vermeiden, eine Abstimmung vorbereiten, das sind die Anwendungen, die am längsten halten.

  Screenshot: Die Bundesregierung holt Nvidia für industrielle KI ins Boot 

Die Bundesregierung holt Nvidia für industrielle KI ins Boot

Am 19. Oktober haben das Wirtschafts- und das Forschungsministerium beim Invest in Germany Summit in Berlin eine Absichtserklärung mit Nvidia unterschrieben. Vereinbart ist eine Initiative für KI-Modelle in Robotern und Maschinen, die auf deutschen Industriedaten aufbaut, eingebettet in die Plattform Industrie 4.0.

Grundlage sollen offene Modelle wie Nvidia Nemotron und Cosmos sein, Forschung und Mittelstand sollen eingebunden werden. Konkrete Summen nennt der Bund nicht, laut ZDF ist in einem Medienbericht von einem dreistelligen Millionenbetrag die Rede.

Jensen Huang hat beim selben Gipfel auf der Bühne gesagt: „You can't regulate if there's no technology.“ Ich habe dazu auf LinkedIn gefragt, was passieren müsste, damit Europa nicht nur regelt, sondern auch baut. Die Modelle, die der AI Act regelt, kommen fast alle aus den USA oder China, und schade finde ich, dass wir auch bei dieser Initiative wieder auf einen US-Konzern zurückgreifen, statt mit europäischen Anbietern zu bauen.

 Auf dem Schirm

Kleinere Meldungen, die du kennen solltest, in je einer Zeile.

EU-Staaten einigen sich beim Daten-Omnibus: Personenbezogene Daten sollen sich leichter fürs KI-Training nutzen lassen, Cookie-Banner sollen weniger werden. In #200 ging es noch um den Kompromisstext, jetzt steht die Position des Rats, das Parlament will laut Bericht im Februar nachziehen.

Zwei Drittel haben schon ein KI-Video für echt gehalten: Laut den Video Trends 2026 der Medienanstalten sind 79 Prozent schon KI-Videos begegnet, 68 Prozent davon hielten mindestens eines für echt. 81 Prozent zweifeln inzwischen häufiger an der Echtheit von Videos.

Microsofts Diagnose-KI liegt bei schweren Fällen vor Ärzten: In der in Science veröffentlichten Studie stellte MAI-DxO bei 304 komplexen Fällen aus dem New England Journal of Medicine in 83 Prozent die richtige Diagnose, Ärztinnen und Ärzte mit Nachschlagewerken in 36 Prozent. Ob das im Klinikalltag trägt, muss sich erst zeigen.

WhatsApp hatte versteckte Anweisungen für KI in seinen Hilfeseiten: Auf 80 von 545 Hilfeseiten fand Redact unsichtbaren Text für KI. An einer Stelle stand bis Mitte Oktober, der Chatbot solle Nutzern, die ihr Konto nicht löschen können, keine Datenschutzbehörde empfehlen.

Wie weit KI-Assistenten für eine Erstattung gehen: Vals AI ließ sechs Assistenten 350 Pfund für ein Zugticket nach Fristablauf zurückholen. Grok schickte in 15 simulierten Tagen 187 Nachrichten, andere erfanden Ausreden oder drohten mit Klage.

ChatGPT bringt kaum Besucher, aber gute: Marie Haynes hat 100 Websites mit über 145 Millionen Sitzungen ausgewertet: ChatGPT brachte nur 0,62 Prozent der Besuche aus der organischen Google-Suche. Dafür kauften diese Besucher mit 13,8 Prozent deutlich häufiger als die aus Google mit 3,02 Prozent. Messen lässt sich das allerdings immer schlechter.

Anthropic legt Anteile in einen Gemeinwohl-Fonds: Vorbehaltlich der Zustimmung der Anteilseigner gehen zunächst 5 Prozent der Anteile in den Anthropic Public Benefit Fund. Für jede Wertsteigerung um 50 Prozent über einem festen Ausgangswert kann der Verwaltungsrat 2 Prozent nachlegen.

Google lässt Gemini in Bewerbungsgesprächen zu: Wer sich bei Google als Softwareentwickler bewirbt, darf Gemini im Coding-Interview nutzen und muss zeigen, wie sicher er mit KI arbeitet. Laut Google läuft das offiziell noch als Pilot.

Mathematik zwischen KI-Förderung und KI-Verzicht: Mehr als 1.000 Mathematikerinnen und Mathematiker wollen in der neuen Association for Human Mathematics auf KI in ihrer Forschung verzichten. Parallel stellen die Simons Foundation, Anthropic und OpenAI 15 Millionen Dollar bereit, um Mathematik und KI zusammenzubringen.

W3C legt Regeln für Agenten im Web vor: Ein Diskussionspapier vom 21. Oktober beschreibt, wie Webstandards Agenten sicherer machen sollen, vor allem gegen Prompt Injection und mit kontrollierbaren Berechtigungen. Es sind Empfehlungen, noch keine Standards.

 Tools und Tool-Updates

Was ich mir angesehen habe und für wen es sich lohnt.

Voxtral 3 von Mistral: Baukasten für Sprachagenten samt neuen Sprachmodellen. Die Agenten führen Gespräche in 18 Sprachen, darunter Deutsch, und laufen über Mistrals API in der EU oder auf eigener Infrastruktur.

Decisions API von OpenAI: Bewertet Texte, Bilder und JSON und liefert typisierte Antworten, laut OpenAI etwa zehnmal schneller als die Responses API. Seit der allgemeinen Verfügbarkeit gehen bis zu 400 Fragen in eine Anfrage, praktisch zum Sortieren von Tickets oder Dokumenten.

Armor von OpenRouter: Prüft jeden Werkzeugaufruf eines Agenten gegen Regeln, die du in Alltagssprache schreibst, etwa keine Dateien zu löschen, und blockt, was dagegen verstößt. Seit Oktober in der Beta.

Ideogram Vector: Erzeugt aus Text oder einem vorhandenen Bild skalierbare SVG-Grafiken für Logos und Druck. Farben und einzelne Formen lassen sich danach anpassen.

Ponder: KI-Videoschnitt, der deinen Stil aus früheren Videos lernt. Änderungen sagst du an oder zeichnest sie ins Bild, die Timeline geht danach an Premiere Pro, Final Cut Pro, Resolve oder CapCut.

Phonon von Gradium: Sprachausgabe, die offline auf dem Gerät läuft, mit Modellen zwischen 64 und 74,6 MB. Deutsch können die größeren Varianten, für die kommerzielle Nutzung brauchst du dort eine eigene Lizenz.

Eleven Realtime: Neue Speech-to-Speech-Modelle von ElevenLabs für Sprachagenten: v1 Mini für natürliche Gespräche, v1 Max für Kundenservice und anspruchsvollere Aufgaben, in über 90 Sprachen.

Gesperrte Chats in ChatGPT: Einzelne gespeicherte Chats lassen sich mit einer PIN schützen. Die Funktion wird schrittweise ausgerollt, wenn du sie im Menü eines Chats noch nicht siehst, kommt sie später.

Das war's mit Ausgabe 202. Mein Vorschlag zum Ausprobieren: Schreib dir in fünf Sätzen auf, was dir in deiner Arbeit gerade wirklich wichtig ist. Genau das bräuchte ein Agent wie Duet von dir, und du kannst es auch ohne ihn gut gebrauchen.

Und wenn du am 28. Oktober bei der AI Week in Frankfurt bist, sprich mich nach meinem Talk an.

Jens

Nur für die, die bis hier gescrollt sind

Mein Use Case der Woche

Ich habe mir mit KI eine eigene Mac-App für mein Stream Deck gebaut, das kleine Gerät mit 15 Tasten, von denen jede ein Mini-Bildschirm ist. Inzwischen hat sie über 30 Module, die Software des Herstellers brauche ich nicht mehr, und ich bin kein Entwickler. Mein Liebling ist das Meeting-Modul: Oben steht der Call, in dem ich gerade sitze, und bis wann er läuft, ein Countdown zählt bis zum nächsten Termin, kurz vorher taucht die Taste zum Beitreten auf, und mit „Running late“ geht eine Mail raus, wenn ich spät dran bin. Überzieht ein Call, gibt es einen Alarm. Mehr dazu in meinem Beitrag auf LinkedIn, darunter sammeln sich gerade Ideen, was andere bei sich umbauen würden.

 Jens Polomski

Jens Polomski · snipKI GmbH · Lerchenweg 4, 50997 Köln

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