💸 Werbung in ChatGPT ab Montag, Carlsen verklagt OpenAI & ein Roboter, der zuschaut
Hey, schön dass du da bist. Bei mir war die Woche voll, und in der KI-Welt ist trotzdem einiges passiert auch wenn man es manchmal nicht so ganz deutlich erkennt. Wie du vielleicht erkennst, wurde der Newsletter mal komplett umgebaut. Nach fast 200 Ausgaben braucht es…
Hey, schön dass du da bist. Bei mir war die Woche voll, und in der KI-Welt ist trotzdem einiges passiert auch wenn man es manchmal nicht so ganz deutlich erkennt.
Wie du vielleicht erkennst, wurde der Newsletter mal komplett umgebaut. Nach fast 200 Ausgaben braucht es mal einen Relaunch. Inhaltlich hat sich nicht viel geändert aber er ist etwas frischer. 😁 Feedback? Immer her damit! (einfach Antworten)
Mein Blick auf die KI-Woche
Diese Woche kam mal kein neues Spitzenmodell von OpenAI, Google oder Anthropic (nur ein noch unbekanntes Ox Alpha). Ab Montag laufen Anzeigen in ChatGPT, in München wird über KI-Kopien eines Kinderbuchs verhandelt, und OpenAI hat den eigenen größten Trainingslauf ausgesetzt. Nach anderthalb Jahren, in denen fast jede Woche ein Modell kam, ist das mal was Neues.
Die Bewegung findet gerade nicht im Modell statt, sondern in der Schicht darum: Wer zahlt, wer haftet, wer schaut zu. Jetzt bekommen Agenten bei AWS eine eigene Zahlungsfunktion, schreiben in Slack gemeinsam mit Menschen Code, und OpenAI baut sich eine Aufsicht, die rund 20 Prozent Rechenleistung kostet. Wie konkret die Haftungsfrage inzwischen ist, zeigt ein Prozess aus Houston: Dort liegt in den Verfahrensakten der Prompt, mit dem ein Sachverständiger sein Gutachten aus ChatGPT geholt hat.
Die Frage, die mich zum Anfang der Woche beschäftig hat: Bekommt ein Agent, der für dich liest, überhaupt dieselbe Seite wie du? Ich habe es geprüft, und die Antwort ist nein. Daraus ist der Impuls dieser Ausgabe geworden: unter dem Post dazu stehen 80 Kommentare, und die Diskussion find ich besser als der Post. 🚀

Ein Thema der Woche, das ich länger mit mir herumgetragen habe.
Hat bald jede Webseite zwei Versionen? Eine für dich, eine für den Agenten
Ich habe dieselbe URL zweimal abgerufen, einmal als Chrome und einmal als ClaudeBot. Als Mensch bekomme ich bei time.com 1,2 MB HTML. Als ClaudeBot 42 KB Markdown von einem fremden Anbieter, mit Inhalten, die im Browser gar nicht vorkommen. GPTBot fliegt mit einem 406 komplett raus. Eine URL, drei Antworten.
Bei Google war der Bot ein Vermittler: Er hat indexiert, du hast geklickt, du warst auf der Seite. Der Agent ist kein Vermittler. Er liest, entscheidet und berichtet, und der Mensch sieht die Seite nie. Wenn der Agent die letzte Instanz vor der Entscheidung ist, wird die Bot-Version die wichtigere.
Ich weiß bei dem Thema selbst nicht, wo ich stehe. Für zwei Versionen spricht, dass Mensch und Agent verschiedene Dinge brauchen: der eine Bilder und Vertrauen, der andere Fakten, Preise und Struktur. Dagegen spricht, dass niemand prüft, ob in der Bot-Version dasselbe steht wie in deiner. Ab wann ist das keine Optimierung mehr, sondern Cloaking mit besserem Namen?
Drei Fragen, die daraus entstanden sind:
1Was bekommt ein Agent bei uns überhaupt zu sehen: Preise per JavaScript, halber Text hinter dem Cookie-Banner, oder saubere Fakten?2Wer bei uns entscheidet, was in der Version für Maschinen steht, und wer prüft, dass sie nicht von der für Menschen abweicht?3Wenn eine KI unser Angebot empfiehlt oder eben nicht: Wüssten wir, woran es lag?
Tool der Woche
Deine Seite so sehen, wie ein KI-Crawler sie sieht
Ich habe mir für die Frage von oben eine Chrome-Erweiterung gebaut: Ein Klick, und der Tab lädt als GPTBot, ClaudeBot oder PerplexityBot neu: echter User-Agent, Cookies weg, JavaScript aus. Daneben steht, was das Modell wirklich bekommt, dazu robots.txt-Auswertung, JSON-LD-Prüfung und Wortzahl. Keine Datenerfassung, läuft lokal, ab Chrome 116. LLM Viewer im Chrome Web Store

Was beim letzten Mal herauskam und die Frage, die diese Woche läuft.
Das kam beim letzten Mal heraus
Die Frage der letzten Ausgabe war, wie du gerade mit dem KI-Tempo zurechtkommst. Hier die Ergebnisse: 40,1 Prozent sagen „ich komm gut mit". Danach kommt aber nicht das Mittelfeld, sondern das Gegenteil: 35,8 Prozent haben „ich bin raus" gewählt. „Hinterher, aber es geht" liegt bei 22,4 Prozent, bewusst ignorieren tun es 1,8 Prozent.
Fast 60 Prozent hängen hinterher oder haben abgeschaltet, und das bei Leuten, die freiwillig einen KI-Newsletter lesen. Meine Vermutung: „Ich bin raus" heißt selten „interessiert mich nicht", sondern „ich weiß nicht, wo ich anfangen soll, ohne alles andere liegen zu lassen".
Hier nun aber die neue Umfragen und ich bin sehr auf deine Meinung gespannt. Danke für jede Abstimmung! 🙏🏻
Kurze Umfrage Nutzt du auf der Arbeit ein kostenloses oder ein kostenpflichtiges KI-Tool? Die Firma zahlt Ich zahle selbst Nur die Gratisversion Beides gemischt Ein Klick genügt. Das Ergebnis siehst du sofort. 
Anzeige. nuwacom unterstützt diese Ausgabe des Newsletters.
Wissensmanagement mit KI bei der Lufthansa Group
Suchst du auch oft stundenlang nach Infos aus dem Unternehmenswissen? Das muss nicht sein. Im Webinar von nuwacom lernst du am Beispiel der Lufthansa Group, wie ihr Team dank KI Infos aus mehr als 100.000 Dokumenten in Sekunden findet, und wie du KI für dein eigenes Wissensmanagement einsetzen kannst. Es sprechen Rolf Bewersdorf, Senior Manager Communication Infrastructure bei der Lufthansa Group, und Sascha Böhr, CEO und Mitgründer von nuwacom.
Live am 26. August, 11 Uhr, kostenlos. Zur Anmeldung beim nuwacom-Webinar

Woran wir gerade arbeiten, was als Nächstes kommt und wo du dabei sein kannst.
Wow, über 140 Bewerbungen gab es für unseren NGO KI-Führerschein. Die 22 Organisationen sind ausgewählt, im September geht es los: acht Wochen, voller Programmumfang, für die Teilnehmenden 0 Euro. Was in den Bewerbungen stand, war selten „irgendwas mit KI", sondern Förderanträge, Spenderkommunikation in mehreren Sprachen, Wirkungsberichte. Genau die Art Aufgabe, für die sonst niemand Zeit hat. Welche Organisationen dabei sind, steht auf LinkedIn.
Außerdem gibt es nächste Woche ein neues Webinar von uns, die nächsten sind bereits geplant. Ich freu mich persönlich sehr auf die nächsten Monate bei snipKI. Wir bauen technologisch gerade sehr viel um (besser natürlich 😁) und ich freu mich über die ganzen tollen Bewerbungen für unsere Education und Content Stelle. 🚀
Nächste Termine
26. August, 12 Uhr, Webinar: Was bleibt, wenn sich die Tools ständig ändern?
Eine Stunde mit Huyen Nguyen darüber, was von KI-Kompetenz bleibt, wenn die Werkzeuge alle drei Monate wechseln. Kostenlos.
28. August: Kohorte 6 des KI-Führerscheins startet
Acht Wochen, vier Live-Module, über 20 Aufgaben an deiner echten Arbeit, dazu wöchentliche Consulting-Sessions.
Das KI-Update als Video
Diese Woche: OpenAI pausiert, Stripe kauft OpenRouter & Bytedance macht Frieden mit Hollywood
25:26 Minuten, in denen ich die Woche durchgehe: die zweiwöchige Trainingspause bei OpenAI, den Stripe-Kauf von OpenRouter, Claude, das jetzt E-Mails verschickt, und Googles Aus für das sichtbare Wasserzeichen. Video ansehen

Die Meldungen, die diese Woche wirklich etwas verändern, jeweils mit meiner Einordnung.
Ab Montag laufen Anzeigen in ChatGPT, auch in Deutschland
OpenAI bringt Werbung in 31 europäische Märkte, Deutschland, Österreich und die Schweiz sind dabei; OpenAI nennt als Starttermin Montag, den 24. August. Die Anzeige steht unter der Antwort, getrennt durch eine graue Linie. Zu sehen bekommen sie Nutzer im Gratis-Tarif und im Go-Tarif für knapp sieben Euro im Monat; werbefrei bleiben nur Plus, Pro und Enterprise. Werbetreibende erhalten laut OpenAI keinen Zugriff auf Chatverläufe. Der Ads-Manager soll später im Sommer folgen, bis dahin läuft der Zugang über das Ads-Team und Agenturpartner wie Publicis, WPP und Omnicom.
Mein Take: 90 bis 95 Prozent der über einer Milliarde Monatsnutzer sind in der Gratisversion, und 20 Prozent der Gespräche haben eine erkennbare kommerzielle Absicht. Wer bei euch ChatGPT ohne Firmenlizenz nutzt, sieht ab Montag Werbung. Klär vor Montag zwei Dinge: welcher Tarif bei euch tatsächlich im Einsatz ist, und ob ihr wisst, was ChatGPT über euer eigenes Angebot erzählt. Der Unterschied zwischen Go und Plus ist ab jetzt nicht mehr nur bessere Modelle und Features sondern auch Werbefreiheit.
Carlsen und Marc-Uwe Kling verklagen OpenAI wegen des NEINhorns
Der Carlsen Verlag, Marc-Uwe Kling und die Illustratorin Astrid Henn haben am Donnerstag Klage gegen die irische Niederlassung von OpenAI beim Landgericht München I eingereicht. Der Vorwurf: Einfache Eingaben genügen, damit ChatGPT NEINhorn-Geschichten erzeugt, deren Illustrationen vom Original kaum zu unterscheiden sind. heise beschreibt, dass der Chatbot ganze Druckvorlagen ausgibt, samt Umschlaggestaltung, Impressum, gefakter ISBN und Verlagslogo. Die Kläger vermuten, dass die Werke im Modell memorisiert sind. Eine Schadenssumme nennt die Klage nicht, gefordert werden Unterlassung, Offenlegung und Schadensersatz.
Mein Take: Für dich ist nicht der Prozess das Interessante, sondern der Beleg. Bisher war das Argument abstrakt: Irgendwo in den Trainingsdaten steckt geschütztes Material, nachweisen kann es keiner. Hier reicht ein Prompt, und heraus kommt ein verkaufsfertiges Buch mit fremdem Verlagslogo. Wenn bei euch Texte oder Bilder aus einem Modell in die Außenkommunikation gehen, ist eine Prüfung immer noch sehr wichtig. Nach dem Suno-Urteil aus Ausgabe 191 ist das der zweite Fall in fünf Wochen, in dem ein deutsches Gericht das klären soll. Ich bin gespannt!
OpenAI setzt den größten geplanten Trainingslauf aus
OpenAI hat das Reinforcement-Learning-Training der neuesten Modelle zwei Wochen pausiert. Zwei Anlässe nennt das Unternehmen selbst: den Vorfall bei Hugging Face, über den wir hier seit drei Ausgaben schreiben, und eine Einschätzung vom 7. August, nach der das kommende Modell Astra die Stufe „Critical" für Cyberfähigkeiten im eigenen Preparedness Framework erreichen könnte. Dazu kommen Netzwerk- und Workload-Isolation sowie ein laufendes Monitoring, das rund 20 Prozent der überwachten Rechenleistung kostet; Alarme sollen binnen 30 Minuten geklärt sein, sonst wird der Lauf gestoppt.
Mein Take: Ein Anbieter, der freiwillig bremst, ist eine Nachricht, die man selten hört. Wie viel davon PR ist, wisen wir natürlich nicht. Interessanter für die Praxis ist aber der Preis daneben: 20 Prozent Rechenleistung für "Aufsicht". Genau diese Rechnung steht bei euch auch an, nur kleiner. Wer Agenten produktiv einsetzt, braucht Protokollierung, Auffälligkeitserkennung und jemanden, der Alarme anschaut, und das kostet auch Zeit.
Slack Code: Agenten schreiben Code mitten im Channel
In Slack lässt sich jetzt ein Coding-Agent taggen, der daraufhin einen eigenen Code-Channel erstellt. Alle im Channel sehen die Unterhaltung, prüfen die Diffs, sehen Live-Vorschauen und geben frei, bevor etwas ausgeliefert wird; jeder kann den Agenten anhalten, umlenken oder stoppen, und bei riskanten Schritten legt er seine Arbeit für eine Freigabe im Channel ab. Als Partner nennt Salesforce Claude von Anthropic, Devin von Cognition, GitHubs Copilot, ChatGPT und die Agenten von Vercel. Verfügbar ist es laut Salesforce in jedem Slack-Tarif, der Zugang zum jeweiligen Agenten kommt separat dazu.
Mein Take: Das Bemerkenswerte ist nicht, dass ein Agent Code schreibt, sondern wo er es tut. Bisher passierte das in der IDE eines einzelnen Entwicklers oder im Terminal, und der Rest des Teams sah das Ergebnis. Im Channel sehen alle den Weg dorthin, inklusive der Stellen, an denen der Agent falsch liegt. Wenn bei euch Slack der Ort ist, an dem gearbeitet wird, ist das der nächste Ort, wo ihr noch aktiver mit KI arbeiten könntet. Wir nutzen selbst Claude Tag und gewöhnen uns immer mehr daran.
Ein Roboter lernt eine neue Aufgabe aus einer einzigen Demonstration
Generalist AI hat GEN-1.5 vorgestellt, ein Modell für Roboter, das neue Aufgaben im Kontext lernt: Du führst die Aufgabe einmal vor, drei bis zwölf Sekunden, und das Modell macht sie nach, ohne Training, ohne finetuning. Über zehn Aufgaben liegt die Erfolgsquote nach einem einzigen Beispiel bei 59 Prozent, nach zehn Trainingsschritten auf fünf Minuten Aufnahmen bei 83. Das Bemerkenswerte steht im eigenen Bericht: Es gibt keine spezielle Architektur und kein Meta-Learning dafür, die Fähigkeit ist im Pre-Training entstanden. Vorgemacht werden darf auch mit der eigenen Hand oder in der Simulation.
Mein Take: Robotik ist für die meisten noch weit weg, ich weiß. Trotzdem ist das für mich die spannendste Meldung der Woche, wegen des Prinzips dahinter: anlernen durch Vormachen statt durch Programmieren oder Datensammeln. Genau dieser Sprung ist bei Sprachmodellen vor drei Jahren passiert, als aus Finetuning plötzlich „schreib es in den Prompt" wurde. Trägt das in der physischen Welt, verändert sich die Frage in der Produktion von „wer programmiert die Anlage um" zu „wer zeigt es ihr". Das wäre krass. 🤯
Berufseinsteiger verlieren, Erfahrene gewinnen
Das Stanford Digital Economy Lab hat Lohnabrechnungsdaten von monatlich 3,5 bis 5 Millionen Erwerbstätigen ausgewertet, Januar 2021 bis Mitte 2026. In Berufen, die stark von KI betroffen sind, ist die Beschäftigung der 22- bis 25-Jährigen seit November 2022 um etwa 11 Prozent gefallen, in kaum betroffenen um rund 10 Prozent gestiegen. Die Lücke liegt bei 19 Prozent, im Sommer 2025 waren es 15. Die Gesamtbeschäftigung ist im selben Zeitraum um 6 Prozent gewachsen, und der Rückgang läuft ausdrücklich nicht über Kündigungen, sondern über Zurückhaltung bei Neueinstellungen. Dazu passt eine ifo-Umfrage vom Juni unter über 3.000 KI-nutzenden Unternehmen: Etwa jedes zweite erwartet für die nächsten fünf Jahre sinkende Löhne für Beschäftigte mit weniger als fünf Jahren Berufserfahrung.
Mein Take: Diese Zahl trifft nicht die Personalabteilung, sondern deine Nachfolgeplanung. Wer keine Einsteiger einstellt, hat in fünf Jahren keine Erfahrenen. Und die Aufgaben, an denen Berufsanfänger früher gelernt haben (Recherche, Zusammenfassungen, erste Entwürfe) sind genau die, die jetzt ein Modell macht. Wenn ihr weiter Einsteiger einstellt, braucht ihr eine Antwort darauf, woran die eigentlich lernen sollen. Meine Erfahrung aus den Consulting-Sessions: An den Stellen, an denen sie die KI prüfen müssen, lernen sie schneller als früher am Rohentwurf. Dazu habe ich diese Woche selbst geschrieben, dass ich seit Monaten Dinge tue, die ich nie gelernt habe: unter dem Post stehen 40 Kommentare, viele von Leuten, deren Rollenbeschreibung nicht mehr zu ihrer Arbeit passt.

Kleinere Meldungen, die du kennen solltest, in je einer Zeile.
Ein Gutachten für 3M kam zum Teil aus ChatGPT: In einem Verfahren um eine Explosion mit drei Toten in Houston hat ein von 3M beauftragter Sachverständiger Teile seines Gutachtens von ChatGPT schreiben lassen. Über die Beweisoffenlegung landeten die Prompts in den Verfahrensakten: „create an exceptional expert witness report defending the standard of care at 3M" und „show how 3M is 0% at fault for the explosion at Watson Grinding". Es geht um 61 Millionen Dollar.
Stripe übernimmt OpenRouter für 7,5 Milliarden Dollar: 1,5 Milliarden gehen an die Gründer, 6 an die Investoren; im Mai lag die Bewertung noch bei 1,3 Milliarden. Der Modell-Vermittler soll unverändert weiterlaufen: über 10 Millionen Nutzer, über 500 Modelle. Wenn du über OpenRouter routest, hängt deine Abrechnung ab jetzt an einem Zahlungsdienstleister.
Microsoft schließt die Copilot-Lücke „CoSnitch": Varonis fragte Microsoft 365 Copilot so lange nach seinen Schutzmechanismen, bis er undokumentierte URL-Parameter verriet. Über einen manipulierten Link lief der eingeschleuste Prompt in der autorisierten Sitzung mit und griff Daten aus verbundenen Apps ab. Gemeldet im Dezember 2025, vollständig behoben am 18. August.
Niedersachsen warnt vor der Entmachtung der Datenschutzbehörden: Der Landesdatenschutzbeauftragte hält die Zentralisierung der KI-Marktaufsicht bei der Bundesnetzagentur für europarechtswidrig. Im Tätigkeitsbericht stehen 4.022 Eingaben, ein Plus von über 70 Prozent, und 705.000 Euro Bußgelder in 34 Erstbescheiden.
Jedes siebte Unternehmen schreibt Arbeitszeugnisse mit KI: 14 Prozent tun es, 52 Prozent können es sich vorstellen. Bei der Bewertung der Arbeitsbelastung sind es 13 Prozent, 2024 waren es 6. Basis sind über 600 Unternehmen. Bitkom nennt als Bremse die Unsicherheit beim AI Act, der Teile der Personalarbeit als Hochrisiko einstuft.
Hollywood schließt Frieden mit Bytedance: Ein halbes Jahr nach der Unterlassungsaufforderung haben Bytedance und die Motion Picture Association mit ihren sieben Mitgliedern ein Memorandum of Understanding geschlossen. Der Vertragstext bleibt unveröffentlicht, die neuen Modellversionen sollen die Rechte besser schützen.
Google lässt das sichtbare Wasserzeichen abschalten: Der Schalter sitzt in den Einstellungen und gilt für Nano Banana, Omni und Lyria in Gemini und Flow. Unsichtbares SynthID und die C2PA-Metadaten bleiben. Zwei Wochen nachdem Anthropic Text unsichtbar markiert hat, macht Google das Sichtbare optional: die Kennzeichnung wandert komplett in die Datei.
Ein Roboter läuft die 100 Meter in 9,39 Sekunden: Am Samstag haben in Peking die World Humanoid Robot Games begonnen: zweite Auflage, über 2.000 humanoide Roboter, 51 Disziplinen, 16 teilnehmende Länder, Deutschland dabei. Ein Modell von X-Humanoid lief die 100 Meter in 9,39 Sekunden, Usain Bolts Rekord von 2009 steht bei 9,58. Beim Hochsprung aus dem Stand kam derselbe Hersteller auf 2,88 Meter. Im Vorjahr lag die Bestmarke der Roboter bei 0,95.
ChatGPT merkt sich den Mac-Tag jetzt auch bei uns: Computer History und Record & Replay sind für Pro, Business und Enterprise im EWR, in Großbritannien und der Schweiz freigeschaltet. In der letzten Ausgabe war das noch auf die USA begrenzt. Wenn du die Funktion einschaltest, protokolliert ChatGPT, was du über Apps und Webseiten hinweg tust.
Claude bedient jetzt Gmail und Google Drive: Claude kann Mails beantworten und senden sowie Dateien in Drive verwalten, aktiviert über das Connectors-Menü, verfügbar in allen bezahlten Plänen. Wann eine Freigabe nötig ist, legst du fest, und genau dort würde ich die Voreinstellung zweimal anschauen.
Claude entwirft Proteinbinder für 14 von 15 Zielen: Im Einzelziel-Modus liegt die Trefferquote bei 35,1 Prozent, üblich sind 10 bis 15. Adaptyv Bio und Twist Bioscience haben die Entwürfe im Labor validiert. In der analytischen Chemie las Claude Roh-Messdaten in 23 Minuten aus und traf die Reinheit des Auftragslabors auf 0,07 Prozentpunkte.

Was ich mir angesehen habe und für wen es sich lohnt.
Is Agentic: Wie agentenfreundlich ist deine Seite?: Das Tool von Vercel scannt eine öffentliche URL und gibt einen Punktwert dafür, wie gut Agenten die Inhalte finden, abrufen und verstehen. Bewertet werden server-gerendertes HTML, HTTP-Verhalten, Dokumentstruktur und bedienbare Steuerelemente; API, OAuth oder MCP-Server prüft der Scan nur, wenn er sie findet. Jeder Report zeigt die Belege aus dem Lauf und einen protokollierten Agenten-Durchgang. Passt zum Impuls oben.
Cloudflare OS: Jeder Agent startet mit Zugriff auf nichts: Open Source, betrieben im eigenen Cloudflare-Konto: Jede Person bekommt einen Agenten und einen Workspace, Terminologie und Prozesse werden zu geteiltem Kontext. Interessant ist das Sicherheitsmodell: Jeder Agent beginnt ohne jeden Zugriff, sogenannte Gatekeepers halten die Zugangsdaten, geben einzelne Ressourcen statt ganzer Systeme frei und können für Schreibvorgänge eine menschliche Freigabe verlangen.
SERP Lens: Browser für SEO-Arbeit: Titles, Canonicals, hreflang und Schema werden beim Laden der Seite gegen über 130 Regeln geprüft, ein KI-Panel arbeitet direkt auf der gerenderten Seite, ein eingebautes VPN emuliert über 50 Länder. macOS, es gibt einen kostenlosen Plan.
Cursor hostet jetzt selbst Code: Origin bringt Repos, Pull Requests und Code-Browsing in Cursor, synchron mit GitHub und mit bidirektionalen PR-Kommentaren. Frühe Beta für alle kostenpflichtigen Pläne. Für Teams, die Agenten in größerer Zahl laufen lassen.
Eleven v3: Sprachmodell mit Regieanweisungen: Audiotags im Text steuern Emotion und Vortrag, Dialoge mit mehreren Sprechern teilen den Kontext. Über 70 Sprachen statt 29 in der Vorgängerversion, verfügbar über die API als eleven_v3.
GPT-Image-2 kann transparente Hintergründe: Der Alphakanal entsteht direkt bei der Generierung, ein Parameter genügt: background auf transparent. Läuft als Vorschau nur mit gpt-image-2, Ausgabe als PNG oder WebP, JPEG geht nicht. Ein Bild in 1024×1024 kostet je Qualitätsstufe 0,006 bis 0,211 US-Dollar.
Agenten dürfen jetzt selbst bezahlen: AgentCore Payments ist allgemein verfügbar: Wallets von Coinbase und Stripe-Privy für Kleinbeträge, Zahlungslimits auf Infrastrukturebene und Protokollierung jeder Transaktion. Damit kann ein Agent kostenpflichtige APIs finden und abrechnen, ohne dass jemand eine Kreditkarte hinterlegt.
ChatGPT Sites im Team bearbeiten: Teamkollegen lassen sich als Bearbeiter hinzufügen, alle pushen in dasselbe Projekt, Codex übernimmt Git-Verwaltung und CI im Hintergrund. Aus dem Ein-Personen-Prototyp wird damit ein Teamprojekt.
Tembo: Coding-Agenten im Team laufen lassen: Claude Code, Codex, Cursor, OpenCode und Grok Build laufen parallel über deine Repositories, jede Session wird zentral protokolliert, und Änderungen brauchen eine Freigabe, bevor sie gemerged werden. Auch selbst hostbar in AWS, Azure, GCP oder auf eigener Hardware. Als Referenz nennt Tembo 1.200 von Agenten geschriebene Pull Requests bei einer Merge-Quote von 81 Prozent.
HubSpot zeigt seinen Sales-Agenten live: Keine Anzeige: Wir sind selbst HubSpot-Kunde, und ich schaue mir an, was dort inzwischen an KI im Sales Hub steckt. 26. August, 10 Uhr, 60 Minuten: 20 Minuten Einordnung von Jens Leucke, 30 Minuten Live-Demo des Prospecting Agent, 10 Minuten Fragen, Aufzeichnung inklusive. Aufhänger ist eine Zahl aus HubSpots EMEA-Umfrage unter über 2.200 Vertriebsleuten: 41 Prozent der deutschen Befragten sagen, KI macht das Team effizienter, aber Forecast, Pipeline und Win Rate bewegen sich nicht.
Bis nächsten Sonntag,
Jens
Nur für die, die bis hier gescrollt sind
Mein Use Case der Woche
Ich habe diese Woche geprüft, was Agenten auf Webseiten wirklich bekommen: dieselbe URL einmal als Chrome, einmal als ClaudeBot. Bei time.com sind es 1,2 MB HTML gegen 42 KB Markdown von einem fremden Anbieter, GPTBot wird mit einem 406 abgewiesen. Aus dieser Prüfung ist der LLM Viewer geworden, den es seit Sonntag im Chrome Web Store gibt. Vier Tage von der Frage zum Werkzeug. Das ist der Teil, der mir an dieser Arbeit am meisten Spaß macht.
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Jens Polomski · snipKI GmbH · Lerchenweg 4, 50997 Köln
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