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ChatGPT Werbung: Erste Einblicke in OpenAI Ads Manager (Stand 2026)

Jens Polomski10 min
Worum es geht

OpenAI hat den Ads Manager Beta gelauncht — die erste offizielle Plattform, um Werbung in ChatGPT zu schalten. Was die Quickstart-Doku verrät, wie der Aufbau aussieht, welche Metriken zählen — und warum du in Deutschland aktuell noch nicht starten kannst.

Kategorie · KI-MarketingTag · ChatGPTVeröffentlicht · 2026
Im Detail

OpenAI hat still und leise das gemacht, worauf die Performance-Marketing-Branche seit zwei Jahren wartet: einen offiziellen Ads-Manager für ChatGPT. Unter ads.openai.com läuft seit Kurzem der OpenAI Ads Manager Beta — die erste Plattform, in der Marken Kampagnen anlegen, Anzeigen ausspielen und Performance-Daten ziehen können, die direkt in den ChatGPT-Antworten erscheinen.

Die schlechte Nachricht zuerst: Wenn du in Deutschland sitzt und jetzt loslegen willst, kommst du nicht weit. Der Beta-Zugang ist eng kuratiert, der Rollout US-zentriert, und im DACH-Raum gibt es Stand Mai 2026 noch keine offene Möglichkeit, Kampagnen für deutsche Zielgruppen zu schalten. Trotzdem lohnt es sich, die Quickstart-Doku von OpenAI jetzt zu lesen — denn die Struktur, die OpenAI hier festzurrt, wird die DNA der ChatGPT Werbung auch dann noch sein, wenn der Markt in 12 oder 18 Monaten in Europa öffnet.

Dieser Beitrag fasst das offizielle Quickstart-Video von OpenAI zusammen, ordnet die drei Setup-Schritte ein, erklärt die Kampagnen-Hierarchie, geht auf die verfügbaren Metriken ein und beantwortet die Frage, was du als deutscher Marketer jetzt sinnvoll tun kannst, solange du selbst keinen Zugang hast.

ChatGPT Werbung 2026: drei Schlüsselfakten zum aktuellen StandOpenAI Ads Manager läuft als Beta. Pilot-Markt sind die USA mit englischsprachigen Werbetreibenden. Frühestmögliche Verfügbarkeit für Deutschland: Q1 2027.OPENAI ADS MANAGER · STAND MAI 2026BetaUSAQ1 ’27invite-onlynoch kein offener Self-ServicePilot-Marktenglischsprachige KonversationenDE-Schätzungfrühestmöglich, eher späterQuelle: OpenAI Help Center, eigene Einordnung anhand des Search-EU-Rollouts

Das offizielle Quickstart-Video von OpenAI

Bevor wir in die Details gehen — hier ist das offizielle Walkthrough von OpenAI. Knapp gehalten, drei Minuten, die kompletten drei Kern-Schritte vom Account-Setup bis zur Performance-Auswertung:

Was im Video etwas zwischen den Zeilen steht: OpenAI behandelt ChatGPT Werbung explizit nicht als reine Display-Fläche, sondern als kontextbezogene Einblendung, die an den Inhalt einer Konversation gekoppelt ist. Das ist näher an Search-Ads als an klassischer Bannerwerbung — und genau das macht den Ads Manager für Performance-Teams interessant.

Schritt 1: Ads Manager Beta Account anlegen

Alles passiert unter ads.openai.com. Du loggst dich mit einem bestehenden OpenAI-Konto ein, das auf deine Arbeits-E-Mail läuft, oder legst neu an. Dann durchläufst du Onboarding und Account-Verifizierung — analog zu dem, was du von Google Ads oder dem Meta Business Manager kennst.

Bevor du auch nur eine Kampagne starten darfst, musst du laut OpenAI drei Dinge fertig haben:

  • Advertiser-Name und Favicon (Brand-Logo) — beides erscheint sichtbar in jeder Anzeige in ChatGPT.
  • Billing-Profil und Zahlungsmethode eingerichtet.
  • Optional: Team-Mitglieder einladen, die Zugriff auf den Ads Manager Beta brauchen.

Was hier auffällt: Der Brand-Layer ist Pflicht, nicht Kür. OpenAI zwingt jeden Advertiser, mit Namen und Logo in der Anzeige sichtbar zu sein. Das ist ein klares Signal Richtung „Transparenz vor Performance" — und schließt die graue Affiliate-Lookalike-Welt aus, die auf Meta und TikTok seit Jahren mitspielt.

Schritt 2: Kampagnen aufbauen — und das neue Ad-Group-Konzept

Hier wird's strukturell interessant. Der Ads Manager Beta unterstützt aktuell zwei Wege, Kampagnen zu erstellen:

  • Guided Campaign Creation — der klassische geführte Wizard direkt im Interface.
  • Bulk Upload — Kampagnen-Schema als Template hochladen, für alle, die mit Hunderten Anzeigen pro Sprint arbeiten.

Die Hierarchie ist auf den ersten Blick vertraut, hat aber eine entscheidende Eigenheit:

EbeneFunktion
CampaignDefiniert Ziel (Objective), Budget, Laufzeit und Targeting.
Ad GroupSammlung von Anzeigen rund um ein Theme oder eine Intent-Area. Hier kommen Context Hints rein.
AdDie Kreation selbst — Titel, Copy, Bild, Landingpage.

Das spannende Element heißt Context Hints. Statt Keywords (Google) oder Detailed-Targeting-Audiences (Meta) beschreibst du auf Ad-Group-Ebene mit Textbausteinen, welche Art von Konversation in ChatGPT für deine Anzeigen relevant ist. Das ist näher an einem Embedding-Match als an einem Keyword-Match — und es ist neu. Wer hier früh Erfahrung sammelt, baut sich genau die Kompetenz auf, die in zwei Jahren der Standard sein wird.

Während des Setups durchläufst du laut OpenAI:

  • Kampagnen anlegen und Ziel wählen
  • Ad Groups erstellen und Context Hints definieren
  • Anzeigen mit Titel, Beschreibung, Bild und Landingpage bauen
  • Kampagnen zur Prüfung einreichen

Jede Anzeige geht in ein Review, bevor sie ausgespielt wird — und kann nach den Ad Policies von OpenAI abgelehnt werden. Das ist der Punkt, an dem das Modell aus dem Suchwerbungs-Spielbuch eindeutig abweicht: Bei Google läuft die Mehrzahl der Ablehnungen automatisiert, bei OpenAI ist die Policy strikter und der Review enger.

Schritt 3: Launch und Monitoring

Sobald deine Kampagne genehmigt ist und live geht, kannst du im Ads Manager Beta beobachten, ob deine Anzeigen tatsächlich ausgespielt werden. Wenn der Status auf „Not serving" steht, bekommst du im Hover den Grund — manche lassen sich durch ein Edit fixen, andere sind harte Policy-Ablehnungen.

Die verfügbaren Performance-Metriken sind, was du erwarten würdest — und damit ein bewusst klassisches Setup:

  • Impressions — wie oft deine Anzeige eingeblendet wurde
  • Clicks — wie oft sie geklickt wurde
  • Spend — was sie gekostet hat
  • CTR — Click-Through-Rate
  • Avg CPC — durchschnittlicher Klickpreis
  • Avg CPM — durchschnittlicher Tausender-Kontakt-Preis
  • Conversions — sofern du das Conversion Measurement aufgesetzt hast

Drei Auswertungs-Formate stehen bereit: Tabellenansicht auf Campaign-/Ad-Group-/Ad-Ebene, Trend-Charts über die Zeit, CSV-Export für tägliche oder kumulative Werte. Edits gehen entweder inline für schnelle Updates oder per Bulk-Edit-Workflow, wenn du in größerem Maßstab optimierst.

Was hier (noch) fehlt: jede Form von Audience Insights, Custom Conversion-Funnels oder Attributions-Modellierung. Der Ads Manager Beta ist bewusst minimal — eher MVP als Mature Tooling.

Wie du Anzeigen baust, die ChatGPT auch wirklich ausspielt

Parallel zum Quickstart hat OpenAI eine zweite Doku nachgelegt: die Best Practices für die Ad-Kreation in ChatGPT. Für mich ist das das interessantere Dokument von beiden, weil hier zwischen den Zeilen steht, wie der Match-Mechanismus eigentlich tickt — und warum Performance-Texter ihr Spielbuch teilweise neu schreiben müssen.

Der Unterschied zu Google Ads in einem Satz: ChatGPT matched deine Anzeige nicht auf eine Suchphrase, sondern auf den gesamten Konversations-Kontext. Niemand bietet auf "günstige laufschuhe damen". Statt dessen wird dein Anzeigen-Set in dem Moment relevant, in dem ein Mensch im Chat sagt "ich will im Frühling mit dem Joggen anfangen, was brauche ich?". Das ist ein anderer Hebel, und er bestraft alles, was nach Werbe-Sprech klingt, statt nach hilfreicher Antwort.

Mehr Varianten, aber jede mit eigenem Winkel

Zwei Punkte, die OpenAI klar macht. Erstens: viele Varianten pro Angebot helfen. Je mehr unterschiedliche Title- und Copy-Kombinationen in einer Ad Group liegen, desto mehr Konversations-Kontexte deckst du ab. Zweitens, und das ist die nicht-offensichtliche Hälfte: Die Varianten müssen wirklich unterschiedlich sein. Drei Mal denselben Nutzen mit anderen Worten ist kein Coverage-Gewinn, sondern Spam. Jede Variante soll einen eigenen Angle, eine eigene Zielgruppe, einen eigenen Use Case ansprechen.

Praktisch heißt das: Wenn du heute deine Google-RSAs mit fünf Headline-Variationen rüberbringst, die alle "Schnellster Lieferdienst Deutschland" in synonymen Worten sagen, wird dieselbe Ad-Group in ChatGPT schwach performen. Was hier funktioniert ist eher: Variante A "Lieferung in 30 Minuten", Variante B "Bestellung per WhatsApp ohne App-Download", Variante C "Zahlung per Rechnung möglich". Drei verschiedene Hebel für drei verschiedene Konversationen.

Anzeigen-Title: konkret statt clever

Die OpenAI-Regeln für den Title sind fast banal, und genau deswegen wichtig:

  • Sag direkt, was das Produkt leistet, nicht in welcher Branche es spielt
  • Bleib in den empfohlenen Zeichen-Limits, kein Wort zu viel
  • Konkret und informativ schlägt breit-werblich

Das ist das Ende der "Wir transformieren Ihre Arbeit"-Headlines, mit denen deutsche B2B-Anzeigen seit Jahren leben. Was rein darf: "PDFs in 4 Sekunden zusammenfassen". Was raus muss: "Ihre KI-Lösung für mehr Effizienz". Wer in seinem Google-Account schon auf konkrete Headlines umgestellt hat, hat in ChatGPT einen Vorsprung. Wer noch nicht — jetzt wäre ein guter Moment.

Copy: ergänzen, nicht wiederholen

Die Description-Regel ist die, die in der Praxis am häufigsten gegen die Wand gefahren wird. OpenAI sagt klar: Die Copy soll den Title nicht paraphrasieren, sondern Neues dazustellen. Title bringt das Was, Copy das Warum, das Für-wen oder das Wann.

Beispiel:

  • Title: "PDFs in 4 Sekunden zusammenfassen"
  • Schlechte Copy: "Schnell und einfach lange PDFs zusammenfassen mit KI."
  • Gute Copy: "Funktioniert mit Verträgen, Studien, Protokollen — auch über 200 Seiten. Ergebnis als E-Mail oder Slack-Nachricht."

Das ist eine Disziplin, die in deutschen Werbekonten ehrlich gesagt unterrepräsentiert ist. Der Grund ist meistens organisatorisch: Title und Copy werden aus demselben kurzen Brief geschrieben, oft sogar von derselben Person in einer Sitzung — und dann hat die Copy schlicht keinen Atem mehr.

Landing Page: spezifisch, getrackt, crawlbar

Drei Sachen, alle drei gleich wichtig:

  • Verlink auf die spezifische Produkt- oder Kategorie-Seite, nicht auf die Homepage. Das ist seit zehn Jahren Google-Ads-Standard, aber OpenAI hat es jetzt explizit aufgeschrieben. Ein Hinweis, dass sie wissen, wer aus dem Display-Land kommt und reflexhaft auf "/" verlinkt.
  • UTM-Parameter direkt in die Destination URL bauen. Klingt trivial, fällt in der Praxis routinemäßig hinten runter. Auto-Tagging wie bei Google Ads gibt es im Ads Manager Beta noch nicht.
  • Lass die OpenAI-Crawler durch. Die User-Agents heißen OAI-AdsBot und OAI-SearchBot. Wer in seiner robots.txt aus alten Reflexen unbekannte Bots pauschal blockt, fliegt aus dem Ad-Inventory raus, bevor je eine Anzeige ausgespielt wird.

Der letzte Punkt ist der häufigste stille Fehler in Crawler-bezogenen Werbe-Setups. Frag dein DevOps- oder Tech-Team konkret nach den beiden User-Agents, bevor die erste Kampagne live geht — nicht erst, wenn sie auf "Not serving" steht.

Bild: einfach, passend, kein Hingucker-Thinking

Die Bild-Regeln sind kurz: Klare Visuals, die die Message stützen. Keine überladenen oder abstrakten Kompositionen. Bild und Title sollten zusammenpassen, nicht zwei parallele Welten erzählen.

Wer aus dem Meta- und TikTok-Land kommt, wird hier einen Moment brauchen. Auf Reels gewinnen oft die schräg-ironischen Visuals, die mit dem Produkt erstmal wenig zu tun haben. In ChatGPT funktioniert dieser Stil schlechter, weil das Format nicht thumbstoppend ist. Es ist eingebettet in eine Antwort, und das Bild ist eher ein Beleg als ein Aufmerksamkeits-Trigger.

Was OpenAI nicht sagt, aber meint

Liest man die Best Practices durch, ist die Botschaft schwer zu übersehen: OpenAI will den Werbeplatz informativ und wenig manipulativ halten. Anzeigen, die wie nützliche Antworten lesen, gewinnen. Anzeigen, die wie Anzeigen schreien, verlieren. Das ist eine bewusste Differenzierung gegen die Meta-Reels-Ästhetik, und sie passt in die Linie, die OpenAI mit der Pflicht zu Brand-Name und Favicon in Schritt 1 schon gesetzt hat.

Für deutsche Marketing-Teams ist das eher eine gute Nachricht. Die Disziplin "konkret, ehrlich, sachorientiert" ist hierzulande näher am Alltag als die US-typische Hard-Sell-Rhetorik. Wenn dein Team gut darin ist, eine Produkt-Spec in einen klaren Satz zu packen, hast du in ChatGPT einen strukturellen Vorsprung — sobald der Markt öffnet.

ChatGPT Ads vs. Google Ads vs. Meta Ads im Vergleich

Wer aus dem Performance-Marketing-Alltag kommt, will meistens als Erstes wissen, wo das neue Tool im bestehenden Stack einsortiert wird. Die folgende Tabelle fasst die Unterschiede in einer Form zusammen, die sich gut in 30 Sekunden überfliegen lässt — Stand Mai 2026, basierend auf der öffentlichen OpenAI-Doku und den jeweils aktuellen Ads-Manager-Versionen.

DimensionChatGPT Ads (Beta)Google AdsMeta Ads
Targeting-LogikKonversations-Intent über Context HintsKeywords + Intent-AudiencesDetailed Targeting / Lookalikes / Advantage+
HierarchieCampaign → Ad Group → AdCampaign → Ad Group → AdCampaign → Ad Set → Ad
Creative-FormatTitle + Copy + Bild + LandingRSA: bis zu 15 Headlines + 4 DescriptionsBild oder Video + Body + Headline
Brand-LayerPflicht (Name + Favicon sichtbar)optional (Display-Logo)optional (Page-Branding)
Reporting-TiefeImpressions, Clicks, CTR, CPC, CPM, Convvolle Dimensionen + Auctioninsightsvolle Dimensionen + Pixel/CAPI
Bid-Strategienderzeit nur AutoAuto + manuelle Varianten + tROAS/tCPAAuto + manuelle Varianten + ROAS-Ziel
ReifeMVP / invite-only BetaMature, AI-First (Performance Max)Mature, AI-First (Advantage+)
Mindest-Budgetnicht öffentlich0 € (kein Floor)1 €/Tag pro Ad-Set
DE-VerfügbarkeitStand 05/2026: neinseit 2002seit 2007

Was die Tabelle gut sichtbar macht: Der Beta-Charakter ist real. Es gibt aktuell weniger Hebel als bei den etablierten Plattformen, dafür aber den einen Hebel — Context Hints — den weder Google noch Meta in dieser Form haben. Wer in zwei Jahren Erfahrung damit hat, hat eine Kompetenz, die im DACH-Markt 2027/28 schwer einzukaufen sein wird.

Warum du in Deutschland aktuell nicht loslegen kannst

Jetzt zum unbequemen Teil. ChatGPT Werbung ist in Deutschland Stand Mai 2026 nicht offen verfügbar. Der Ads Manager Beta läuft als invite-only Programm mit klarem Fokus auf den US-Markt und ein paar wenigen englischsprachigen Pilot-Werbetreibenden. Wer in Deutschland einen Ads-Manager-Account anlegen will, kommt entweder gar nicht durch das Onboarding oder landet in einem Wartelisten-Status, in dem keine Anzeigen ausgespielt werden.

Das hat drei Gründe, die alle nicht überraschen:

  1. DSGVO und ePrivacy — Werbung in Konversationen mit personenbezogenen Inhalten ist im EU-Kontext rechtlich heikler als in den USA. OpenAI braucht für den Rollout in Deutschland eine saubere Rechtsgrundlage für die Datenverarbeitung in der Anzeigenausspielung. Das ist Arbeit.
  2. EU AI Act — als Hochrisiko-relevanter Anbieter muss OpenAI seine Werbe-Infrastruktur an die ab Februar 2025 schrittweise greifenden Pflichten anpassen (was wir aus der Schulungspflicht schon kennen). Werbung mit Intent-Profiling ist hier ein eigener Diskussionsstrang.
  3. Sprachmodell-Match — Context Hints funktionieren in einer Sprache, in der das Model und das Werbe-Inventar noch nicht mit derselben Tiefe trainiert sind, schlicht schlechter. Der englischsprachige Beta-Korridor ist auch ein Qualitäts-Hedge.

Konkret heißt das: Selbst wenn du dich heute auf die Warteliste setzt, bist du im DACH-Markt vermutlich nicht vor dem Q4 2026 oder Q1 2027 dran. Bei ChatGPT Search hat OpenAI ein knappes Jahr zwischen US-Launch und EU-Rollout gebraucht — bei Ads dürfte es eher länger werden.

Was du jetzt sinnvoll tun kannst

Nichts zu tun, ist auch hier die schlechteste Option. Drei Dinge, die für deutsche Marketing-Teams vor der Verfügbarkeit Sinn ergeben:

Erstens: Konversations-Targeting denken lernen. Context Hints sind ein anderes Spiel als Keywords. Setz dich jetzt damit auseinander, wie deine Buyer in einem Chat-Interface über dein Thema reden — nicht wie sie googeln. Das ist die Grundlage jeder späteren Ad Group, und du kannst das heute schon trainieren, indem du echte ChatGPT-Konversationen aus deinem Markt analysierst (siehe dazu auch, wie LinkedIn als Quelle für ChatGPT-Antworten längst in B2B dominiert).

Zweitens: Sichtbarkeit in ChatGPT-Antworten organisch aufbauen. GEO (Generative Engine Optimization) und LLMO sind die nicht-bezahlte Vorstufe zur ChatGPT Werbung. Wer heute schon in den organischen Antworten auftaucht, hat im Werbe-Auktionsmodell von morgen einen messbaren Quality-Score-Vorteil. Die Mechanik kennen wir schon vom Werbeplatz in Chat-Suchergebnissen, den Bing damals aufgesetzt hat.

Drittens: Den Stack auf KI-Werbung vorbereiten. Was Meta mit den Ads-AI-Connectors via MCP vorlegt, wird OpenAI in der einen oder anderen Form ebenfalls bauen. Bulk-Upload, programmatische Kampagnen-Verwaltung, Schema-basiertes Setup — das sind dieselben Konzepte. Wenn dein Team heute noch alle Kampagnen klickend im UI baut, wird der Sprung in zwei Jahren schmerzhaft.

Wie ich das selbst angehe

Ich beobachte den Ads Manager Beta seit dem Soft-Launch. Selbst Kampagnen schalten kann ich aus Deutschland nicht — aber ich teste regelmäßig, wie ChatGPT auf Marken-Queries aus dem deutschsprachigen Marketing-Umfeld antwortet, welche Domains zitiert werden, wo Brand-Mentions auftauchen. Genau die Daten, die in zwei Jahren das Targeting-Briefing für die erste echte Kampagne füllen.

Für Workshops mit Marketing-Teams ist die ChatGPT Werbung gerade ein dankbares Thema: konkret genug, um nicht ins Buzzwording abzudriften, neu genug, um eine echte Hands-on-Session zu rechtfertigen. Wir simulieren Context Hints, schreiben Anzeigen-Copy für hypothetische Ad Groups, prüfen die Brand-Voice gegen die bekannten Ad Policies. Das ist Arbeit, die sich sofort auf Google Ads und Meta-Kampagnen heute überträgt — und in dem Moment einen Hebel bekommt, in dem OpenAI in Deutschland aufmacht.

Häufige Fragen zu ChatGPT Werbung

Was ist ChatGPT Werbung?

ChatGPT Werbung sind kontextbezogene Anzeigen, die OpenAI seit dem Soft-Launch 2025 über den OpenAI Ads Manager Beta unter ads.openai.com ausspielt. Anzeigen werden nicht über Keywords getriggert, sondern über sogenannte Context Hints: kurze Textbeschreibungen auf Ad-Group-Ebene, die OpenAI sagen, in welcher Art von Konversation eine Anzeige passt. Sichtbar sind die Anzeigen mit Brand-Name und Favicon innerhalb der ChatGPT-Antworten.

Wann startet ChatGPT Werbung in Deutschland?

Stand Mai 2026 ist die ChatGPT Werbung in Deutschland nicht offen verfügbar. Der OpenAI Ads Manager Beta läuft als invite-only Programm mit Fokus auf den US-Markt. Auf Basis des EU-Rollout-Tempos von ChatGPT Search (rund ein Jahr Verzögerung gegenüber dem US-Launch) und der zusätzlichen DSGVO- und EU-AI-Act-Hürden ist mit einer breiten Verfügbarkeit in Deutschland frühestens in Q1 2027 zu rechnen — eher später.

Was kostet eine Anzeige im OpenAI Ads Manager Beta?

OpenAI hat zur ChatGPT Werbung bisher keine offiziellen Mindestbudgets oder Klickpreis-Benchmarks veröffentlicht. Im Reporting werden Spend, Avg CPC und Avg CPM ausgewiesen, das Auktionsmodell selbst ist nicht öffentlich dokumentiert. Aktuelle Beta-Werbetreibende berichten — analog zu frühen Phasen bei Google und Meta — über volatile Klickpreise und stark schwankende Impressions, weil das Anzeigen-Inventar noch wächst.

Wie unterscheidet sich ChatGPT Werbung von Google Ads?

Drei wesentliche Unterschiede: Erstens trifft ChatGPT seine Match-Entscheidung auf den gesamten Konversations-Kontext statt auf eine Suchphrase. Zweitens ist der Brand-Layer (Name + Favicon) Pflicht, während Google das Logo nur in Display-Anzeigen nutzt. Drittens gibt es derzeit nur eine automatische Bid-Strategie, keine manuellen Hebel und keine Strategien wie tROAS oder tCPA. Die Hierarchie Campaign → Ad Group → Ad ist dagegen identisch.

Welche Anzeigenformate gibt es im OpenAI Ads Manager Beta?

Aktuell gibt es ein einziges Standard-Format: Title + Copy + Bild + Landing-Page-URL. Mehrere Title- und Copy-Varianten pro Ad Group sind möglich und werden von OpenAI ausdrücklich empfohlen, um die Coverage über unterschiedliche Konversationen zu erhöhen. Video-Anzeigen, Karussell-Formate oder Lead-Forms wie auf LinkedIn oder Meta sind im Beta-Stand nicht verfügbar.

Brauche ich Conversion-Tracking für ChatGPT Werbung?

Ohne Conversion-Tracking siehst du im Reporting nur Impressions, Clicks und CPC — also Mid-Funnel-Signale. Um die ROAS-Logik abzubilden, die du von Google und Meta gewohnt bist, brauchst du das Conversion Measurement Setup vom OpenAI Ads Manager Beta. Wichtig zusätzlich: Deine Landing-Page muss für die Crawler OAI-AdsBot und OAI-SearchBot erreichbar sein, sonst greift selbst ein korrekt gesetztes Tracking nicht.

Was du als Nächstes tun kannst

ChatGPT Werbung ist kein Hype-Thema mehr — sie ist seit dem Quickstart-Release ein offizielles Produkt mit Doku, Video und einem klaren Setup-Pfad. Dass du in Deutschland aktuell noch nicht starten kannst, ist eine Verzögerung, kein Verbot. Wer jetzt das Konzept versteht, hat den Hebel, wenn der Markt aufmacht.

Wenn du mit deinem Team einen halbtägigen Hands-on-Workshop zu ChatGPT Werbung, GEO und KI-Performance machen willst — schau bei meinem KI-Workshop für Marketing vorbei. Wir gehen die Quickstart-Doku gemeinsam durch, simulieren Kampagnen-Setups und übersetzen das, was OpenAI hier baut, in eine konkrete Roadmap für deine Marke.

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